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Weitere Großbanken betroffen – britischer Zinsskandal weitet sich aus

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cc by flickr / Alan Cleaver

Die Finanzwelt ist wiedereinmal in Aufruhr. Bereits vor einiger Zeit wurde bekannt, dass mehrere Großbanken über Jahre hinweg durch Absprachen den Libor manipuliert haben sollen. Es handelt sich hierbei um den Zinssatz, zu dem sich Großbanken untereinander Geld leihen. Steigen die Zinsen, so kann dies auf eine zu schwache Kapitalausstattung der Banken hindeuten und sich so negativ auf die Märkte auswirken. Besonders Pikant: Die britische Finanzmarktaufsicht FSA soll von diesen Praktiken gewusst haben beziehungsweise Hinweisen nicht energisch genug nachgegangen sein. Nun scheint es, als wäre der Zinsskandal nicht nur auf Großbritannien beschränkt, sondern würde sich auch auf Banken anderer Länder ausweiten.

Auswirkungen auf Finanzmärkte und Privatleute

Sowohl europäische als auch amerikanische und japanische Geldinstitute sind betroffen. Insgesamt sollen sich mehr als ein Dutzend Großbanken an den Zinsmanipulationen beteiligt und von ihnen profitiert haben. Neben dem britischen Libor scheint nun auch der gesamteuropäische Zinssatz Euribor betroffen zu sein. Dieser regelt, zu welchem Zinssatz sich Banken innerhalb Europas gegenseitig Geld überlassen. Ähnlich einem Onlineshop können die Händler hier die benötigte Summe erwerben. Je höher die Nachfrage, desto höher ist jedoch auch der Zinssatz. Vor allem in der Finanzmarktkrise wurde dies zum Problem, weswegen die Banken untereinander vereinbarten einen Zinssatz zu melden, der weit unterhalb dessen lag, was tatsächlich für das geliehene Geld gezahlt wurde. Die Manipulation hatte nicht nur Auswirkungen auf die Finanzmärkte, sondern auch für den ganz normalen Bürger. Denn der Libor beeinflusst auch die Kreditzinsen und wirkt sich auf die Gewinne von Anlegern aus. Insgesamt beeinflusst der Libor Finanzmarktgeschäfte von über 350 Billionen Dollar. Während die im Zinsskandal federführende Bank Barclays bereits zu einer Strafe von rund einer halben Milliarde Dollar verurteilt wurde, wurden inzwischen weitere Klagen gegen andere Kreditinstitute eingereicht, hierunter auch die Deutsche Bank. Hohe Strafen und Schadenersatzforderungen drohen.
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