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Archiv für Juli, 2012

Weitere Großbanken betroffen Рbritischer Zinsskandal weitet sich aus

21. Juli 2012 Keine Kommentare
Alan Cleaver 300x211 Weitere Großbanken betroffen   britischer Zinsskandal weitet sich aus

cc by flickr / Alan Cleaver

Die Finanzwelt ist wiedereinmal in Aufruhr. Bereits vor einiger Zeit wurde bekannt, dass mehrere Gro√übanken √ľber Jahre hinweg durch Absprachen den Libor manipuliert haben sollen. Es handelt sich hierbei um den Zinssatz, zu dem sich Gro√übanken untereinander Geld leihen. Steigen die Zinsen, so kann dies auf eine zu schwache Kapitalausstattung der Banken hindeuten und sich so negativ auf die M√§rkte auswirken. Besonders Pikant: Die britische Finanzmarktaufsicht FSA soll von diesen Praktiken gewusst haben beziehungsweise Hinweisen nicht energisch genug nachgegangen sein. Nun scheint es, als w√§re der Zinsskandal nicht nur auf Gro√übritannien beschr√§nkt, sondern w√ľrde sich auch auf Banken anderer L√§nder ausweiten.

Auswirkungen auf Finanzmärkte und Privatleute

Sowohl europ√§ische als auch amerikanische und japanische Geldinstitute sind betroffen. Insgesamt sollen sich mehr als ein Dutzend Gro√übanken an den Zinsmanipulationen beteiligt und von ihnen profitiert haben. Neben dem britischen Libor scheint nun auch der gesamteurop√§ische Zinssatz Euribor betroffen zu sein. Dieser regelt, zu welchem Zinssatz sich Banken innerhalb Europas gegenseitig Geld √ľberlassen. √Ąhnlich einem Onlineshop k√∂nnen die H√§ndler hier die ben√∂tigte Summe erwerben. Je h√∂her die Nachfrage, desto h√∂her ist jedoch auch der Zinssatz. Vor allem in der Finanzmarktkrise wurde dies zum Problem, weswegen die Banken untereinander vereinbarten einen Zinssatz zu melden, der weit unterhalb dessen lag, was tats√§chlich f√ľr das geliehene Geld gezahlt wurde. Die Manipulation hatte nicht nur Auswirkungen auf die Finanzm√§rkte, sondern auch f√ľr den ganz normalen B√ľrger. Denn der Libor beeinflusst auch die Kreditzinsen und wirkt sich auf die Gewinne von Anlegern aus. Insgesamt beeinflusst der Libor Finanzmarktgesch√§fte von √ľber 350 Billionen Dollar. W√§hrend die im Zinsskandal federf√ľhrende Bank Barclays bereits zu einer Strafe von rund einer halben Milliarde Dollar verurteilt wurde, wurden inzwischen weitere Klagen gegen andere Kreditinstitute eingereicht, hierunter auch die Deutsche Bank. Hohe Strafen und Schadenersatzforderungen drohen.